Ist der Arbeitgeber verpflichtet vermögenswirksame Leistungen zu zahlen?

Extra-Geld vom Arbeitgeber und Belohnung vom Staat – Aber ist der Arbeitgeber verpflichtet vermögenswirksame Leistungen zu zahlen?

Der Begriff vermögenswirksame Leistungen ist für viele immer noch fremd. Dabei handelt es sich hier um eine gute Möglichkeit für das Anlegen von Geld vom Staat belohnt zu werden und viele Arbeitgeber unterstützen diese Sparleistung mit einem zusätzlichen Anteil, der neben dem Lohn ausbezahlt wird.

In einfachen Worten: Sie bekommen vom Arbeitgeber zusätzlich Geld geschenkt und der Staat belohnt Sie auch!

Hier werden die wichtigsten Informationen zum Thema vermögenswirksame Leistungen zusammengestellt und es wird auch folgende Frage beantwortet:

Ist der Arbeitgeber verpflichtet vermögenswirksame Leistungen zu zahlen?

Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Bei den vermögenswirksamen Leistungen ( kurz vL genannt) handelt es sich um eine staatlich geförderte Sparform.

Viele Arbeitgeber gewähren den Mitarbeitern eine Geldleistung von maximal 40 Euro, zusätzlich zum Lohn.

Diese wird aber nicht direkt ausbezahlt, sondern fließt in ein Anlagekonto. Diese Sparleistung wird vom Staat unter bestimmten Bedingungen mit der so genannten Arbeitnehmersparzulage gefördert.

Die gesetzliche Grundlage bildet hier das Fünfte Vermögensbildungsgesetz, in welchem genau geregelt ist, welche Sparformen gefördert werden und welche Voraussetzungen vorliegen müssen, um die Arbeitnehmersparzulage zu erhalten.

Welche Anlageformen eignen sich für den Erhalt von vermögenswirksamen Leistungen?

Bei der Geldanlage der vermögenswirksamen Leistungen haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Anlageprodukten. Banksparpläne, Fondssparpläne, kapitalbildende Lebensversicherungen aber auch Bausparverträge oder die Tilgung der Baufinanzierung sind die wichtigsten davon.

Möglich ist auch, die vermögenswirksamen Leistungen als betriebliche Altersvorsorge zu verwenden.

Dies bringt den Vorteil mit sich, dass die vL-Beiträge so steuerlich absetzbar sind. In den anderen Fällen gelten sie als Teil des Einkommens und müssen versteuert werden.
Die Laufzeit der Anlage beträgt sieben Jahre, wobei insgesamt 6 Jahre einbezahlt werden. Im letzten Jahr ruht der Vertrag, bevor der Arbeitnehmer das angesparte Geld ausbezahlt bekommt.

Dies gilt natürlich nicht für die betriebliche Altersvorsorge, welche bis zum Renteneintrittsalter angespart wird.

Wer erhält die Arbeitnehmersparzulage vom Staat?

Für den Erhalt der Arbeitnehmersparzulage gelten bestimmte Einkommensgrenzen, denn gefördert werden sollen vor allem Personen mit niedrigem Einkommen.

Die Messgröße ist hierbei das zu versteuernde Einkommen, welches bei Alleinstehenden maximal 17.900 EUR und bei Ehegatten maximal 35.800 EUR betragen darf. Bei Anlagen in Fondssparplänen gilt eine Einkommensgrenze von 20.000 EUR bzw. 40.000 EUR.

Was aber ist eigentlich das zu versteuernde Einkommen?

Dies setzt sich aus dem Bruttojahreseinkommen mit allen Nebeneinkünften abzüglich Pauschalen und eventuell geltenden Freibeträgen zusammen.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, gibt es die Prämien vom Staat je nach Verwendungszweck und in unterschiedlichen Höhen.

Einzahlungen in Bausparverträge werden mit 9 Prozent der eingezahlten vermögenswirksamen Leistungen bezuschusst, allerdings sind die geförderten Einzahlungen betragsmäßig auf 470 Euro jährlich begrenzt.

Wer die maximal mögliche Arbeitnehmersparzulage erhalten möchte, muss also 39,17 Euro in seinen Bausparvertrag einbezahlen um eine Prämie von 42,30 Euro jährlich zu erhalten. Einen Fondssparplan bezuschusst der Staat mit 20 Prozent von maximal 400 Euro, was eine monatliche Einzahlung von 33,34 Euro bedeutet um die maximale Prämie von 80 Euro zu erhalten.

Ist der Arbeitgeber verpflichtet vermögenswirksame Leistungen zu zahlen?

Bei den vermögenswirksamen Leistungen handelt es sich also um einen freiwilligen Bonus des Arbeitgebers, die Frage „Ist der Arbeitgeber verpflichtet vermögenswirksame Leistungen zu zahlen?“ kann grundsätzlich mit „Nein“ beantwortet werden. Allerdings gibt es trotzdem einige wichtige Details.

Ob der Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen anbietet, ist im Tarifvertrag, in betrieblichen Vereinbarungen oder im Arbeitsvertrag geregelt. Viele Arbeitgeber bezuschussen ihre Mitarbeiter mit Beträgen zwischen 6,95 Euro und 40 Euro, wobei bei 40 Euro die Höchstgrenze liegt.

Berechtigt sind alle Arbeitnehmer und Auszubildende. Unterschiede zwischen befristet und unbefristet angestellten Arbeitnehmern darf der Unternehmer hierbei nicht machen.

Zahlt der Arbeitgeber nicht den Höchstbetrag, haben Sie als Arbeitnehmer die Möglichkeit mit eigenen Beiträgen die Sparleistung zu erhöhen, um die maximalen Prämien vom Staat zu erhalten.

Wie werden vermögenswirksamen Leistungen und die Arbeitnehmersparzulage beantragt?

Wenn für Sie also die Frage „Ist der Arbeitgeber verpflichtet vermögenswirksame Leistungen zu zahlen“ geklärt ist, müssen Sie nur noch eine für Sie geeignete Anlageform wählen und in die Wege leiten, dass der Arbeitgeber seinen vL-Anteil dort einbezahlt.

Dafür gibt es schriftliche Anträge von der Bank oder von der Anlagegesellschaft, welche beim Arbeitgeber eingereicht werden müssen.

Anschließend werden die vermögenswirksamen Leistungen direkt vom Lohn oder Gehalt abgezogen und in den Vertrag einbezahlt.

Die Arbeitnehmersparzulage müssen Sie jährlich bei der Einkommenssteuererklärung beantragen. Hierfür muss die „Anlage vL“,welche als Bescheinigung über die Anlage von vermögenswirksamen Leistungen gilt, mit der Steuererklärung abgegeben werden.

Genehmigt der Staat die Arbeitnehmersparzulage, wird diese dem Anlagekonto gutgeschrieben. Am Ende der Vertragslaufzeit wird sie mit den Sparbeiträgen ausbezahlt.

Fazit: Ist der Arbeitgeber verpflichtet vermögenswirksame Leistungen zu zahlen? – Nein. Und trotzdem lohnt sich für viele die Anlage von vermögenswirksamen Leistungen, auch wenn sie aus eigener Tasche bezahlt werden, in vielen Fällen.

Eilmeldung – Neuigkeiten zur Bearbeitungsgebühr von Privatkrediten

Privatkredit: Gericht untersagt Bank einmalige Bearbeitungsgebühr

Will man einen Privatkredit abschließen, so kann es einem passieren, dass die Bank von einem ein sogenanntes „einmaliges Bearbeitungsentgelt“ fordert, das sich zudem meist tief im Kleingedruckten verbirgt.

Erneut hat ein Oberlandesgericht diese Bearbeitungsgebühr einer Bank untersagt.

In diesem Fall handelt es sich um ein Urteil des Pfälzischen Oberlandesgerichts Zweibrücken. Eine Bank hatte dem Kunden beim Abschluss eines Privatkredits ein „einmaliges Bearbeitungsentgelt“ in Rechnung gestellt und begründete dies damit, dass man schließlich die Vermögensverhältnisse des Kunden prüfen musste, die Vertragsunterlagen erstellen, Beratungsgespräche führen müsse usw.

Die Richter sahen dies jedoch anders: All diese genannten Schritte seien im Interesse der Bank und nicht des Kunden, daher sei die Berechnung solch einer Gebühr nicht gerechtfertigt. Dank solcher Urteile verzichten immer mehr Banken auf entsprechende Vertragsklauseln, jedoch muss man dabei laut Experten immer noch vorsichtig sein, denn stattdessen erhöhen sie gerne einfach die Zinsen.

Rechnungen per E-Mail verschicken – Finanzamt macht immer häufiger Probleme

In letzter Zeit hört man immer mal wieder von Fällen, in denen das Finanzamt bei Betriebsprüfungen Ärger aufgrund von Rechnungen macht, die nur per E-Mail zugesandt wurden.

Daher macht aktuell die Unternehmensberatung Becker von Buch darauf aufmerksam, dass man beim Verschicken von Rechnungen per E-Mail die besonderen Anforderungen des Finanzamts beachten sollte.

Der Fiskus stuft nämlich nur Rechnungen, die per E-Mail kamen, als abzugsfähig ein, wenn sie mit einer elektronischen Signatur versehen wurden.

Meist sind die Ämter hier noch kulant, doch es kann auch schnell passieren, dass es hier Ärger gibt.

Will man auf die elektronische Signatur verzichten, sollte man also zur Rechnung per E-Mail noch einmal das Original per Post verschicken.

Ein Papierausdruck der E-Mail reicht manchmal auch nicht aus.

Für Rechnungen per E-Mail gilt übrigens genauso wie für andere Rechnungen eine Aufbewahrungspflicht von zehn Jahren. Andere Geschäftsdokumente wie Auftragsbestätigungen müssen sechs Jahre lang aufgehoben werden. Eine Datensicherung ist also wichtig.